Tiefe Romantik war im Gotteshaus zu hören
 
Kammerchor „Young Vocals“ begeisterte in der Christ-König-Kirche – Musikalisch wurde auf die Osterzeit eingestimmt
 
Von Roland Fink
 RNZ 24032016
Es ist keine fröhliche Musik. Kein locker-leichtes Jauchzen, nicht etwas, was mitzusummen wäre. Schon der erste Satz in d-Moll erklingt düster, dennoch eindringlich und wegweisend. Mit dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms hatten sich die „Young Vocals“ eine große Last aufgebürdet – und diese, um das vorweg zu sagen, mit Bravour gemeistert. Ralf Schnitzer hatte in eine Schatzkiste gegriffen und erneut ein Meisterwerk eines der tiefen Romantik verschriebenen Komponisten aufgeführt.
 
Das Gefüge aus Sängerbund Germania und Sängerinnen und Sängern des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums wirkte wie aus einem Guss, die Christ-König-Kirche war der geeignete Raum für diese Motette. Schnitzer als Gesamtleiter des Konzertes schöpfte aus dem Vollen, gewann die besten Stimmen aus dem Gymnasium und kann auf Erfahrung altgedienter, konzerterprobter Kräfte setzen.
„Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?“ Langsam, geschmeidig, ausdrucksvoll wird der Weg aufgenommen in die Zeit der Passion, in die Zeit umOstern.Brahmshat sich Texte aus dem Alten und dem Neuen Testament gegriffen, Lutherchoräle hinzugefügt, sich auf seine Missa Canonica besonnen und daraus dieses Sterbeamt, diese Totenmesse, komponiert. Leid und Trost halten das Werk zusammen, passieren die Seligpreisungen, die Barmherzigkeit bis hin zur Verheißung.
 
Eva Krieger im Sopran und Jascha Ruebeling im Bariton gaben als Solisten der Interpretation ihren zustehenden Raum. Philip und Tilman Rivinius an den Flügeln unterlegten die mystischen Andeutungen aus dem Buch Hiob und den Klageliedern des Jeremias.Was durch den Paukisten Christoph Kalmbach eindrucksvoll unterstrichen wurde.
 
Konzentriert ging das Ensemble zur Sache. Der 2001 gegründete Kammerchor „Young Vocals“ gibt sich nicht mit Mittelmaß zufrieden und Ralf Schnitzer als steter Motor auf hoher Drehzahl fordert Höchstleistung. Was erneut deutlich wird bei diesem Requiem. „Selig, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“ – das stellt den Trost wieder in den Mittelpunkt. Aus Psalmen und Offenbarung
wird ein Werk vollendet.
 
Dieses ergreift auch die Zuhörer. Die waren natürlich ganz bei der Sache und waren nicht nur aus Bekanntschaft der Verwandtschaft zu den Aufführenden in die Kirche gekommen. Der Chor ist Garant für einen Konzertgenuss von höchster Qualität, von Werktreue und von einer Einstudierung, die einen Abend lang in die Welt der wirklichen Klassiker entführt.
Dass zudem das Requiem im Kontext zu Ostern und der Passionszeit steht, prägte diese Aufführung zusätzlich. 

© Rhein-Neckar Zeitung, Donnerstag/Freitag, 24./25.März 2016

 

 

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