MUSIK IN DER JOSEPHSKIRCHE: „young vocals“ begeistern mit Premiere ihres neuen und sehr anspruchsvollen Programms „Into the light“
 
Beinahe mystische Momente erlebt
 
Von unserer Mitarbeiterin Dominique Kreichgauer
 
Vom ersten Moment an zeigte der Chor "young vocals" beim Konzert in der Josephskirche sein enormes Können. © Lenhardt 
 
"Ich denke, es wird ein fantastischer Abend. Es wurde betont, dass es sich um sehr anspruchsvolle Musik handelt", sagte Stefanie Zehe (27). Die Erwartungen der Zuhörer, die am Samstagabend zum Konzert der "young vocals" gekommen waren, wurden nicht enttäuscht. "Wir haben das Programm komplett neu erarbeitet", berichtete Tenor Volker Heimbeck im Gespräch mit unserer Zeitung. "Der Chor hat sich sehr entwickelt, das Programm heute ist deshalb noch anspruchsvoller als das letzte."
 
Chor feiert Premiere
Eine Premiere war es, die das Publikum in der Josephskirche erleben durfte. Nicht nur wurde das neue Programm "Into the light" zum ersten Mal aufgeführt, auch die strikte Trennung des 46 Mann starken Kammerchores in einen großen und einen kleinen Chor wurde zum ersten Mal versucht. "Diese Trennung spiegelt auch den Inhalt des Konzerts wider", erklärte Chorleiter Ralf Schnitzer. "Der Gesamtchor zerfällt und findet im finalen Stück wieder zusammen."
 
"Into the light" schuf einen Spannungsbogen vom Tod zur Erlösung, von der verzweifelten hiob'schen Frage des "Warum" in Johannes Brahms Motette "Warum ist das Licht gegeben" zum Lobgesang Gottes in Johann Sebastian Bachs "Singet dem Herrn ein neues Lied". Im Verlauf des Konzerts wechselten sich großer und kleiner Chor mit Teilen aus "Vier Choralmotetten op. 102" von Heinrich von Herzogenberg und "Sechs geistliche Lieder nach Texten von Eichendorff" von Hugo Wolf ab.
 
Von enormem Können geprägt
Vom ersten Moment an zeigte der Chor sein enormes Können. Starke Crescendi und schwierige Subito Piano meisterte der Chor souverän. Die kaum hörbaren Pianissimo-Stellen überzeugten dabei ebenso durch perfekte Intonation, wie das kraftvolle Forte. Das herrliche Zusammenspiel der Stimmen ging unter die Haut, doch erst zur Pause durfte das Publikum seiner angestauten Begeisterung Ausdruck verleihen.
Im zweiten Teil des Konzerts verweilte Herzogenbergs "O Traurigkeit, o Herzeleid" noch in der matten Stimmung des Todes, Wolfs fünfte Motette "Erhebung" hingegen leitete bereits hin zu Johann Sebastian Bachs achtstimmiger Motette für Doppelchor, "Singet dem Herrn ein neues Lied", die Schnitzer als fulminantes Finale gewählt hatte. Die Sänger holten noch einmal alles aus sich und ihren Stimmen heraus, legten ihr ganzes Herzblut in dieses furiose Chorwerk.
Die beiden Chöre spielten sich die Stimmen gegenseitig zu, die sich auf immer diffizilere Weise übereinanderschichteten. Kristallklare Soprane, die sich in ungeahnte Höhen schwangen, jubelnde Triller, Sprünge, Verzierungen ließen den Lobgesang Gottes spürbar werden und führten das Konzert zu einem grandiosen Abschluss.
"Bravo", schallte es aus dem Publikum, kaum, dass der letzte Ton verklungen war. Stehende Ovationen und minutenlanger, begeisterter Applaus belohnten die Sänger für ihre herausragende Leistung.
"Es war überragend und hat meine Erwartungen noch übertroffen, obwohl ich schon mit sehr hohen Erwartungen hierhergekommen bin", erklärte Sascha Reinhard (28) begeistert. "Das war wirklich keine leichte Musik, die die jungen Leute zu Gehör gebracht haben, eine sehr gute Leistung", befand Margrit Weber (74).
Diese Meinung bestätigte Sängerin Mareike Sauer. "Das letzte Stück war besonders herausfordernd, weil da zwei Chöre ganz exakt aufeinander hören müssen. Die Anspannung vor dem Konzert war groß. Aber es hat alles geklappt, auch bei meinen Angststücken", verriet die 16-Jährige.
Chorleiter Ralf Schnitzer zeigte sich ebenso zufrieden. "Ich bin dankbar für den Verlauf des Konzerts. Als Musiker ist man ja nie ganz zufrieden. Man strebt nach Vollkommenheit, die Realität jedoch ist nie perfekt. Aber es gab Momente, in denen es beinahe mystisch wurde."
 
 
© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 12.11.2013
 
 

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